Risse und Ressentiments

04. Oktober 2018

Die Intensität kollektiver Gefühle hat in den letzten Jahren zugenommen – Diskussionen online wie offline sind durch starke Gefühlslagen wie Angst, Hass und Wut gekennzeichnet. Das fünfte Forum Bellevue möchte den neuen Rissen in der Gesellschaft, die ein solches emotionales Gegeneinander erst möglich machen, ebenso nachspüren wie der Frage, wie Politik und Gesellschaft mit starken Gefühlen umgehen können und sollten. Sind emotionale Extreme Ausdruck oder Ursache von neuen Rissen? Gibt es legitime und nicht-legitime Emotionen? Wie kann die Politik Vernunft und Gefühl zugleich ansprechen? Welche anderen Formen der Artikulation – außer Zorn und Angst – stehen den Nicht-Gehörten oder Nicht-Wahrgenommenen zur Verfügung? Sind solche Gefühle nicht notwendige Vorstufe zu (politischer) Aktivität? Schließlich: Haben wir es tatsächlich mit einem neuen Phänomen zu tun – oder gibt es historische Vorläufer, oder anders gefragt: Ist Ressentiment-Politik wieder salonfähig?

In der Veranstaltungsreihe "Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie" diskutiert der Bundespräsident seit September 2017 regelmäßig mit deutschen und internationalen Gesprächspartnern aus Wissenschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Das "Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie" soll Raum für kontroverse Fragen und neue Perspektiven bieten. Das offene Gespräch über die Chancen und die Anfechtungen der liberalen Demokratie steht im Zentrum der Veranstaltungsreihe.

Die bisherigen Veranstaltungen der Reihe, welche in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung stattfindet, standen unter den thematischen Schwerpunkten "Welche Zukunft hat der Westen?",  "Die Freiheit des Denkens in unruhigen Zeiten" sowie "Fakt oder Fake? Über einen bedeutenden Unterschied für die Demokratie.".